Eine Gemeinde auf dem Weg

Lieben, leiden, loslassen

„Liebe – und dann, tue was Du willst.“ (So schreibt der heilige Augustinus schon 395 nach Christus.)

Die Liebe ist der einfache Weg, frei zu werden aus Deinen Gefangenschaften. Sie ist der Weg, und sie ist das Ziel.

Die Liebe hilft Dir, Dich von Dir selbst zu lösen. Sie hilft Dir, von Dir loszukommen und nicht mehr so um Dich zu greifen. Die Liebe überwindet Deinen Egoismus, der Dich gefangen hält, und sie macht Dich neu.

Du selber verlierst an Wichtigkeit, wenn Du den anderen Menschen entdeckst. Du bist nicht mehr das Goldene Kalb, um das Du tanzt (oder kreist), denn anderes ist wichtiger geworden als Dein eigenes Ego. Du nimmst Dich nicht mehr so wichtig, weil andere Menschen wichtig geworden sind.

 

Die Liebe trocknet Deine Begierden aus. Sie rückt an die Stelle der Begierden in Deiner Seele und füllt den Platz aus, den die Begierden eingenommen haben. Du bist nicht mehr leer, wenn Du in der Liebe bist. Und Du brauchst keine Ersatzbefriedigungen mehr, wenn Du ausgefüllt bist. Deine Seele hat die Nahrung, die sie braucht.

Denn Deine Seele braucht nicht die Begierden. Deine Seele braucht die Liebe. Die Liebe füllt Deine Seele aus. Die Begierden aber verstopfen und vernichten sie.

Gönne Deiner Seele die Nahrung, die sie braucht. Gebe ihr nicht Gift. Sondern reinige sie mit der Kraft der Liebe.

 

Beschreite den Weg der Liebe. Gehe weg von Dir, hin zu den anderen. Höre auf, ständig danach zu streben, geliebt zu werden. Liebe!

Höre auf, ein Kind zu sein, das die Mutterbrust sucht. Frage Dich, ob nicht die Zeit gekommen ist, in der Du selber Liebe schenken sollst als ständig sie zu begehren.

Die Liebe ist das Blut unserer Seele. Bringe das Blut Deiner Seele zum Fließen, damit es nicht stockt und Du krank daran wirst. Liebe will fließen, so wie lebendiges Wasser fließen will. Totes Wasser aber verfault. Ebenso ist es mit der Liebe.

Lasse die Liebe fließen. Sauge sie nicht ständig ein und begehre mehr, sondern gebe sie weiter. Verschenke Deine Liebe.

Verschenke sie, ohne zurückzuerwarten. Teile Deine Liebe aus. Freue Dich, wenn die Menschen sie Dir zurückgeben. Doch verzage nicht, wenn sie dies nicht tun und Dich enttäuschen. Gehe dann zu Jesus und bitte Ihn, Deine Verletzungen zu heilen und Deine Liebe zu erneuern. Schließe Dich wieder an die Quelle der Liebe an.

 

Lasse Dich los. Bleibe nicht bei Dir selber, sondern gehe zu den anderen Menschen. Gehe zu den Menschen, die Dich brauchen. Lasse Dich auf andere ein.

Nimm Dich nicht so wichtig. Löse Dich von Dir und gebe Dich anderen Menschen hin. Übe die Hingabe ein. Sie wird Dich frei machen, frei von Dir selber.

Die Liebe macht Dich frei. Sie macht Dich frei von Dir selber. In dem Maße aber, in dem Du frei von Dir selber bist, wirst Du für Dich selber frei. In dem Maße, in dem Du Dich loslässt, findest Du zu Dir selber. Es ist das Paradox des Lebens, dass wir, wenn wir an uns festhalten, uns verlieren, wenn wir uns aber loslassen, uns gewinnen. Wer verliert, gewinnt. Wer gewinnen will, verliert. (Vgl. Matt.:10,39)

Wir bekommen uns in dem Maße, in dem wir uns verschenken. Halten wir jedoch an uns fest, dann werden wir festgehalten.

Halte Dich nicht weiter fest. Lasse Dich los. Beende die Gefangenschaft Deines Lebens. Lasse Dich in der Liebe los. Werde frei in der Liebe.

 

Suche die Liebe. Wandle in den Spuren des Lichtes, auf den Pfaden der Liebe. Wenn Du dies tust, wirst Du der Finsternis in Dir den Raum nehmen. Denn sie verträgt die Liebe nicht.

Beschreite den Weg der Reinheit und des Vertrauens. Das Unreine aber muss von Dir weichen, wenn Du dies tust, denn es verträgt das Reine nicht.

Sei wahrhaftig und liebend. Bekenne Dich zu Dir und Deinem Leben. Spiele keine Rollen. Begegne den anderen Menschen so wie Du bist. Sei ein wahrhaftiger und liebender Mensch. Ein Mensch, der sich hingibt.

Denn die Hingabe macht frei, denn Du suchst nicht mehr Dich selber, sondern den anderen Menschen. Die Hingabe ist der aktive Weg des Loslassens. Du brauchst Dich eigentlich nicht mehr loszulassen (und alles, was Dich gefangen hält), weil dies durch die Hingabe gewissermaßen im Nebeneffekt geschieht. Indem Du Dich dem Guten zuwendest, wirst Du vom Schlechten gelöst.

 

Werde ein liebender Mensch. Lasse Dich durch nichts beirren auf dem Weg der Liebe. Auch dann nicht, wenn die von Dir geliebten Menschen versagen und Dich enttäuschen oder im Stich lassen. Lasse in Deiner Liebe nicht nach. Selbst dann, wenn Du Dich zeitweilig von ihnen trennen musst, weil sie zur Umkehr nicht bereit sind, höre nicht auf, zu lieben.

Die Liebe kann es von Dir verlangen, loszulassen – auch geliebte Menschen loszulassen. Doch sie wird es Dir nie erlauben, den anderen aufzugeben.

Du wirst den anderen lieben, auch wenn er Dir weh tut. Du wirst ihn lieben, auch wenn er Böses tut. Du wirst mit ihm leiden, wenn er absackt. Du wirst ihn durchtragen in Gebet und Liebe, und darauf warten, dass er umkehrt, damit Versöhnung geschehen kann. Und Du wirst Jesus immer wieder von Neuem darum bitten, dass Er Dir jede Bitterkeit nimmt und Dich aussöhnt mit dem Bruder, und dass Er Deine Liebe erneuert.

 

Lasse Dich durch nichts beirren auf dem Weg der Liebe. Dieser Weg ist schwer, aber er ist befreiend und erfüllend. Er schenkt Dir Kraft und gibt Deiner Seele die Nahrung, die sie braucht.

Nehme auch den Schmerz an, ohne den Du den Weg der Liebe nicht beschreiten kannst. Nehme die Menschen, die Du liebst, ganz an, auch in ihrem Versagen, und trotz des Schmerzes, den sie Dir zufügen. Weiche durch nichts vor der Liebe zurück. Lasse Dich durch nichts zurückwerfen auf den egoistischen Weg, der Dich unfrei macht.

Löse die Fesseln Deines Egoismus durch die Liebe.

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