Eine Gemeinde auf dem Weg

Die Emmaus-Begegnung im Leben

Aus der Emmaus-Begegnung soll die Emmaus-Gemeinschaft entstehen

„Emmaus“ ist keine Sache der Organisation, obwohl organisierte Formen wie Gruppen der Emmaus-Begegnung mit Jesus und miteinander dienen können. „Emmaus“ soll gelebt werden – nicht nur im organisierten Rahmen von Gemeinschaften oder Treffen, sondern vor allem in unserem Leben.

Unser Leben soll Emmaus-Begegnung sein. Ständige Begegnung mit Jesus. Begegnung auch mit Ihm in den Menschen, in denen Er uns begegnen will.

Spiritueller Weg der Jesus-Begegnung
„Emmaus“ ist ein spiritueller Weg der Begegnung mit Jesus im Gebet (Schweigen) und im Bruder (der Schwester). Unser Leben wird geheiligt, wenn unsere Begegnungen Jesus-Begegnungen werden.

Das werden sie, wenn wir Jesus immer wieder bitten, bei uns zu sein, und mit den Emmaus-Jüngern zu Ihm sagen: Herr bleibe bei uns! Sie werden es, wenn wir in den anderen Menschen Jesus zu begegnen suchen.

Lasst uns daher Jesus in den Menschen entdecken! Denkt daran: Hinter der kaputtesten Fassade ist Jesus verborgen und wartet darauf, von uns geliebt zu werden, denn diese Liebe sprengt die Fesseln.

Von der Jesus-Begegnung zur Gemeinschaft mit Jesus
Wer Jesus begegnet ist, dessen Herz brennt, auch dann, wenn es eine Begegnung mit Menschen war. Wir wissen es, dass wir Jesus begegnet sind, wenn die Liebe in uns aufbricht.

Diese Liebe aber drängt uns dazu, Gemeinschaft zu suchen – Gemeinschaft mit Jesus und Gemeinschaft mit den Menschen, für die unsere Liebe freigesetzt worden ist.

Emmaus-Gemeinschaft soll aus der liebenden Begegnung mit Jesus und in Jesus entstehen. Das ist unser Weg.

Bewegung, nicht Organisation
Wir sind eine Bewegung, keine Organisation. Lasst uns daher die Emmaus-Begegnung, die Begegnung mit Jesus, überall suchen, nicht nur in einem organisierten Rahmen, wozu wir uns in unserem deutschen Ordnungssinn leicht verleiten lassen.

Wir sollen es dem Geist Gottes in uns erlauben, sich zu bewegen und uns zu bewegen, uns in Bewegung zu setzen.

Aus der Jesus-Begegnung soll die Jesus-Bewegung entstehen.

Sie aber entsteht, wenn wir, wie die Emmaus-Jünger, Jesus immer wieder neu suchen, auch mit den Menschen und in den Menschen und in der Gemeinschaft derer, die Ihm ebenfalls begegnet sind.

Emmausgruppen, die entstehen
Am liebsten sind mir nicht die Emmausgruppen, die organisiert werden, sondern die Emmausgruppen, die entstehen, weil uns die Liebe Jesu dazu treibt.

Es gibt zwei Wege, auf denen Emmausgruppen zustande kommen können. Der eine ist, dass wir sie z.B. nach Missionseinsätzen – bilden. Der andere besteht darin, dass Betroffene, die von der Liebe Jesu entzündet worden sind, sie initiieren, weil die Liebe sie dazu treibt, geistliche und menschliche Gemeinschaft mit anderen zu suchen und vor allem für ihre Brüder oder Schwestern da zu sein, die noch im Sumpf stecken.

In manchen Gefängnissen z.B. kommen Gefangene beim Umschluss oder Aufschluss zusammen, um miteinander zu beten, die Bibel zu lesen und ihre Probleme und Nöte zu besprechen. Das ist „Emmaus“. Das sind echte Emmausgruppen. Ich wünsche mir, dass von den organisierten Emmausgruppen, die wichtig sind, der Impuls immer mehr ausgeht für die Entstehung solcher Emmauszellen in den Gängen der Gefängnisse und in den Szenen und Randgruppen – initiiert von den Betroffenen, die die Liebe, die sie empfangen haben, weitergeben wollen.

Die Emmaus-Begegnungen
Voraussetzung dafür, dass solche Zellen entstehen können, sind Emmaus-Begegnungen. Diese kommen zustande, wenn wir uns anderen in der Liebe Jesu zuwenden, und wenn wir beharrlich für sie beten, bis eine Öffnung durch den Heiligen Geist und durch die Liebe geschieht.

Durch die Liebe nehmen wir andere in die Gemeinschaft mit uns, aber auch in die Gemeinschaft mit Jesus hinein. Die Liebe zeigt den Weg. Die Liebe lässt in den Menschen etwas aufbrechen, die suchen. Durch die Liebe erkennen sie, was das Ziel ihrer Sehnsüchte ist, und es wird ihnen bewusst, worin ihre Gefangenschaft besteht.

„Emmaus“ beginnt, wenn zwei mit Jesus zusammen sind. Die Emmausbegegnung fängt an, wenn Du auf einen Bruder liebend zugehst. Emmausgemeinschaft entsteht, wenn zwei sich zusammen auf Jesus einlassen.

So ist Emmaus entstanden. Wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen.

Emmauszellen
Lasst uns „Emmaus“ in die Gefängnisse tragen und in die Szenen, aber auch in die Welt, in die normalen bürgerlichen und christlichen Kreise. Dienen wir der Erneuerung der Kirche durch die lebendige Begegnung mit Jesus und miteinander. Tragen wir den lmpuls der Jesusbegegnung in die Gesellschaft hinein – zu den Menschen, die nach dieser Begegnung hungern.

Euch Knackis sage ich: Macht aus den Gefängniszellen Emmauszellen – Zellen der Liebe Gottes, Orte der Begegnung mit Jesus, egal ob er erkannt wird oder noch nicht. An unsrer Liebe werden die Menschen Jesus erkennen, nicht durch unsere Worte.

Wo die Liebe ist, da tauen die Herzen auf, und die Mauern, die sich um sie gebildet haben, werden gesprengt. Das ist „Emmaus“. Ich wünsche mir, dass jede Emmausgruppe und jede Emmauszelle Orte der lebendigen Begegnung mit Jesus sind, in denen die Menschen sich aufmachen können und Befreiung erfahren.

Emmausgemeinschaften
Emmausgruppen sind Gruppen von suchenden Betroffenen, die in der Verantwortung eines von ihnen steht, der sich für den Weg der Umkehr und den Weg mit Jesus entschieden hat. Emmausgemeinschaften entstehen, wenn Betroffene sich zusammenschließen, die miteinander diesen Weg gehen, und die einander stützen bei diesem Weg. (Solche Emmaus-Gemeinschaft ist auch Nichtbetroffenen möglich, wenn sie sich als Betroffene erkennen und sich mit Jesus, ihrem und unserem Heiland, auf den Weg machen.)

Eine Emmausgemeinschaft darf keine religiöse Wärmestube werden. Wir empfangen die Liebe Gottes, um sie weiterzugeben, weil wir den Wunsch haben, dass auch die andern sie erfahren. Von jeder Emmausgemeinschaft soll die Liebe ausstrahlen, damit es zu Emmausbegegnungen und Emmauszellen kommen kann – zu Emmauszellen, die Lebenszellen inmitten einer entfremdeten Welt werden.

Frucht bringen
Wir dürfen die Liebe Gottes empfangen in unsere Emmausgemeinschaften und Emmausgruppen. Dort sollen wir auftanken – in der Nähe zu Jesus und in der brüderlichen Gemeinschaft. Aber wir sollen auch Frucht bringen, die Frucht, die aus der Liebe kommt. Anderen den Mut machen, mit uns den Weg nach Emmaus zu gehen – den Weg aus der Finsternis ins Licht, aus der Verzweiflung in die Begegnung mit dem auferstandenen Christus.

Br. Jan Hermanns

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.