Eine Gemeinde auf dem Weg

Jesus befreit das verlorene Schaf

Jesus eilt dem verlorenen Schaf nach, das sich im Dickicht verirrt hat. Er sucht den Menschen auf (die menschliche Seele), der unter die Räuber gefallen ist.

Ja, vielleicht bist Du selbst ein Räuber. Und doch bist Du auch unter die Räuber gefallen. Auch wenn Du der Täter bist – immer wirst Du auch Opfer sein, denn die böse Tat führt Dich in die Gefangenschaft. Der Täter ist das allererste Opfer, denn er verliert die Reinheit seiner Seele.

Wer sich zu bösem Tun verführen lässt, ist dem Wolf in die Falle gegangen. Der Vorteil, den er zu erreichen glaubt, ist ihm in Wirklichkeit zum Nachteil, zum Verhängnis geworden. Er selbst, der die Falle gestellt hat, ist in die Falle geraten, in die Falle des Bösen. Er hat die Freiheit der Kinder Gottes eingetauscht in die Knechtschaft der Sünde.

Jesus will Dich wieder aus der Falle herausholen. Er will Dich aus der Hand des Räubers, aus den Klauen des Wolfes, befreien.

Doch Er kann das nur, wenn Du mittust.

Wenn Du wehr- und willenlos in den Klauen des Wolfes bleibst, bist Du verloren. Erst wenn Du die Hand Deines Retters ergreifst, wird sich Dein Schicksal ändern.

Jesus ist der Retter. Er sagt, dass Du den Blick abwenden sollst vom Wolf, und den Blick Ihm zuwenden sollst, dem Erlöser. Dann wirst Du auch die Angst verlieren, die Angst, es nicht zu schaffen, und das Vertrauen wird in Dir wachsen, das Vertrauen zu Deinem Erlöser – zu dem, der Dich frei machen kann.

Schaue nicht auf die Wogen Deiner Angst. Schaue vielmehr auf Jesus, der mitten im Sturm des Lebens auf Dein schwankendes Boot zukommt. Er wird dem Sturm gebieten, wenn Du Ihm vertraust, so wie Er dem Sturm geboten hat, der das Boot Seiner Jünger zu kentern drohte (vgl. Mtt,14,22-33).

Blicke nicht zurück auf das alte Leben und seine Verführungen, damit Du nicht von Neuem davon erfasst wirst. Schaue auf das neue Leben, damit es immer mehr Wirklichkeit werden kann in Dir.

Lasse Dich einführen in die Botschaft des Heiles, damit das Heil sich immer mehr in Dir ausbreiten kann.

Jesus heilt die Kranken. Er tröstet die Verlassenen. Er kümmert sich um die Verlorenen. Er hat das zu Seiner Erdenzeit getan, und er tut dies heute.

Seine Botschaft vom Heil ist zeitlos, gültig zu jeder Zeit. Als Heiland geht Jesus durch alle Zeiten und bringt den Menschen das Heil, die guten Willens sind.

Jesus gießt die Gnade Gottes aus – jene wundervolle Kraft, die uns umzuwandeln vermag in den neuen Menschen, der zu sein unser Herz verlangt.

Die Gnade Gottes macht uns frei und heil. Sie taut unsere Herzen auf und macht uns fähig zur Liebe. Sie bereitet uns, die wir sündig und unrein geworden sind, für das ewige Leben. Sie reinigt uns, damit wir fähig werden, das Angesicht Gottes zu schauen, wenn die Stunde gekommen ist. Sie macht uns frei von der Finsternis, damit wir Seinem unendlichen Licht standhalten können.

Jesus macht uns frei, nicht nur von den Blockierungen unserer Zeit, unseres gegenwärtigen irdischen Lebens. Er macht uns frei für die Ewigkeit.

Das ist mehr, als wir zu fassen vermögen. Das ist mehr als jede Heilung von irdischen Leiden.

Es geht Jesus um mehr als um unsere Heilung, unsere Befreiung von gegenwärtigen Leiden und Behinderungen. Es geht Ihm um unser Heil, um unsere ewige Glückseligkeit, um unsere ganze Einswerdung mit Gott.

Dass dies mehr ist als jede noch so eindrucksvolle Heilung hat Er bei der Heilung des Gelähmten bewiesen, dem Er die Sünden vergab, bevor Er sagte: „Nimm dein Bett und geh‘ nach Hause.“  Das eigentliche war nicht in der Heilung geschehen, sondern in der Befreiung von der Schuld (Lk 5 17-26).

Ähnliches erlebte ich bei einer verkrüppelten Frau, einer Rollstuhlfahrerin, die nichts ohne fremde Hilfe tun konnte. Sie sagte: „Ich bin geheilt.“ Sie empfand sich als geheilt, weil sie in ihrer Seele heil geworden war, und den Zustand des äußerlich Unheilseins empfand sie als gering, gemessen an der inneren Befreiung, die sie erfahren hatte.

Wenn unsere Seele heil ist, dann sind wir heil – auch wenn wir nach wie vor Gebrechen haben sollten, auch wenn wir unter der  Not und Knechtschaft der Menschen weiterhin leiden.

Wir sind heil, auch wenn wir leiden müssen. Ich habe das begriffen, als ich andere Menschen bat, für mich um Heilung zu beten. Ich bat gleichzeitig den Herrn, mich nur so weit zu heilen, wie es für mein Heil erforderlich ist.

Denn ich habe erkennen dürfen, dass manche Not, manches Leiden, meiner Vervollkommnung dient. Immer wieder habe ich erfahren dürfen, dass Leiden mich gereinigt und freier gemacht hat, dass ich durchs Leiden gereift bin.

Deshalb kann ich Gott nicht bitten, mich ganz heil und frei von Beschwerden zu machen. Ich kann Ihn nur bitten, mir das Heil zu schenken, das für meine Erlösung notwendig ist. Und ich bitte Ihn, mich so weit zu heilen, wie dies meinem Heile dient, den Zustand des Unheilseins aber zu belassen, der für meinen Reifungsprozess in den Himmel notwendig ist.

Jesus heilt und befreit, auch in unserer Zeit. Er aber will mehr als uns das irdische Leben leichter zu machen. Er will uns bereit machen für die Ewigkeit. Er will uns herausreißen aus den Klauen des Wolfes, der uns in den Abgrund hinabzerren will.

Es geht um die Ewigkeit. Wir sollen frei werden in der Zeit, aber wir sollen auch frei werden für die Ewigkeit.

Wir sollen reif werden, zur Vollendung gelangen. Unser Leben ist kein alt werden und absterben. Es ist ein reif werden. Reif sollen wir werden für die Ewigkeit wie die Frucht für die Ernte.

Jesus will uns heimholen in die himmlische Ernte. Er will, dass wir zu den Früchten gehören, die ins Himmelreich eingehen – und nicht zum Unkraut, das ins ewige Feuer geworfen wird. Jesus heilt uns für diese Zeit, doch Er befreit uns zur Ewigkeit.

Br. Jan Hermanns

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