Eine Gemeinde auf dem Weg

Schlusswort – Die Gefangenen befreien

Ich danke Dir, dass Du mit mir diese Reise unternommen hast, diese Reise durch Dein Leben, und dass Du Dich auf die Konfrontation mit Jesus Christus, unserem Erlöser, eingelassen hast. Ich hoffe, es ist Dir Jesus begegnet in diesen Zeilen, und ich wünsche Dir, dass Er Dir etwas gezeigt hat, wie Du Ihm näher kommen kannst, und wie Dein Leben freier werden kann.

 

Ich muss Dich jetzt wieder loslassen, damit Du Deinen eigenen Weg weiter gehst. Zwar weiß ich nicht, wie Du mit der Auseinandersetzung, in die ich Dich geführt habe, zurecht kommst. Doch ich darf Dich dennoch loslassen im Vertrauen auf Den, auf Den ich Dich aufmerksam gemacht habe, und der letztlich allein uns alle weiterführen kann.

Wenn Dein Vertrauen, dass Befreiung möglich ist, nur ein bisschen gestärkt worden ist, dann bin ich froh und zufrieden. Die Schritte zur Befreiung, die Du tun musst, kann Dir niemand abnehmen. Du selbst musst Deinen Weg gehen, und ich wünsche Dir, dass Du ihn Dir durch Jesus zeigen lässt, dass Er der Herr Deines Lebens wird, und dass Er Dir den Zugang zu den Geheimnissen Seiner Offenbarung erschließt.

Vergesse nie: Es genügt nicht, dass Du die Tür aufmachst, wenn Jesus bei Dir anklopft. Es genügt auch nicht, wenn der Herr Dich heilt und von Deinen Fesseln befreit. Es ist notwendig, dass Du in und mit Gott lebst, wenn die Mächte der Finsternis nicht wieder Macht über Dich gewinnen sollen. Und es ist wichtig, dass Du Gottes Liebe, die Du empfängst, wieder weiter gibst, damit sie nicht wieder in Dir stirbt und Du erneut dem Tod anheim fällst.

Bleibe daher in der Liebe Gottes.

 

 

Jesus will die Gefangenen befreien. Das ist Seine Botschaft an die Menschen seit 2.000 Jahren. Wie ernst es Ihm ist, habe ich selbst erfahren dürfen, durch das, was der Herr an mir getan hat und durch die Liebe, die Er mir zu Gefangenen schenkt.

Durch meine Berufung zu jugendlichen Strafgefangenen, zu denen der Herr in mir eine tiefe Liebe geweckt hat, habe ich erfahren dürfen, wie sehr Gott unter der Knechtschaft des Menschen leidet, und wie sehr es Ihn danach verlangt, die Gefangenen zu befreien und unsere Menschenwürde wieder herzustellen. Ich habe auch erleben dürfen, wie schön der Mensch ist, der sich unter der Hässlichkeit der Sünde und des Verbrechens verbirgt. Gerade die Schönheit derer, die umgekehrt sind – jene Schönheit, die ich erfahren durfte, gerade im Kontrast zur vorherigen Hässlichkeit des verschlossenen, begehrlichen oder gewalttätigen Menschen -, hat mich den Wert des Menschen erfahren und begreifen lassen, warum Gott um jeden von uns so sehr kämpft.

Ich weiß, dass die Befreiung möglich ist, und dass sie durch Jesus Christus geschieht, wenn wir umkehren und uns Seiner Botschaft öffnen und auf Seine Liebe einlassen. Ich glaube es, weil ich es erfahren habe und immer wieder erfahre. Gottes Liebe kommt tatsächlich in diese unsere Welt, wenn wir uns ihr öffnen.

 

 

Diese Erfahrung hat mir den Welt-Pessimismus genommen. Zwar sehe ich die Übermacht der Finsternis in dieser unserer Welt (wie könnte ich sie leugnen, nachdem ich jahrelang in konkretester Weise in der Gefängnisarbeit mit ihr konfrontiert war); aber sie bringt mich nicht mehr zur Verzweiflung.

Ich habe die Kraft kennengelernt, durch die diese Finsternis besiegt werden kann. Diese Kraft ist Jesus Christus, der Erlöser der Welt. Ich weiß: Wenn wir von dieser Kraft Gebrauch machen – und in dem Maße, in dem wir dies tun -, wird die Finsternis besiegt werden.

 

Ich weiß: Die Finsternis ist bereits besiegt worden, durch Jesu Tod am Kreuz. Doch ihre Wirksamkeit in dieser unserer Zeit hängt davon ab, inwieweit wir sie zulassen in unserem Leben, und inwieweit wir die Gnade Gottes durch unser Leben in diese unsere Welt hineinfließen lassen.

 

Wir haben keinen Grund zur Verzweiflung, seit Jesus Christus gestorben ist und auferstanden von den Toten. Wir liefern selbst die Gründe der Verzweiflung, wenn wir uns nicht bekehren.

Gott ist der Herr der Geschichte, auch der Geschichte unserer Zeit. Er hat sie in den Händen – nicht jene, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, und die den Schalthebel der Atombombe auslösen können. Freilich Gott hat diese Macht uns gegeben, und damit die Freiheit, sie zu missbrauchen. Und dennoch sind wir diesen Mächten nicht ausgeliefert, weil wir die Finsternis durch unsere Umkehr besiegen können.

Es mag sein, dass der Dritte Weltkrieg kommt und das Schicksal der Menschheit besiegelt ist. Es mag sein, dass das Ende der Zeiten gekommen ist, wie viele glauben. Nichts sollte uns erschüttern. Und wir sollten glauben und vertrauen, dass Gott durch die Umkehr von Minderheiten das Schicksal der Erde abwenden kann, so wie Er den Untergang von Ninive abgewendet hat, weil die Menschen sich in dieser sündigen Stadt bekehrt hatten (vgl. die Geschichte des Propheten Jona).

Gott kann die Gefangenen befreien, und Er wird es tun, wenn die Gefangenen sich auf Ihn einlassen und Heilung und Befreiung an sich geschehen lassen. Er wird dies mit dem Einzelnen tun, und Er wird dies mit den Gesellschaften und unserer Erde tun. Die Umkehr wird die Kraft sein, die den Einzelnen wie ganze Völker wieder in die Verwurzelung führt. Denn wenn wir den Anker ergreifen, den Gott uns durch Jesus, den Erlöser, zugeworfen hat, wird unsere aus der Verankerung geratene Welt wieder verankert sein.

Werfen wir die Anker. Werfen wir die Anker in den Herrn, in Dem allein die Welt und unser Leben verankert ist. Ich glaube daran, dass die geistige und geistliche Macht, die durch die Bekehrung frei gesetzt wird, das Zerstörerische zu besiegen vermag, das sich in unserem Leben und auf unserer Erde breitgemacht hat.

Setzen wir gegen die Zerstörung den Aufbau, gegen den Tod das Leben, gegen den Egoismus die Liebe, gegen den Hass die Zärtlichkeit und die Versöhnung. Setzen wir gegen den Pessimismus die Hoffnung, gegen das Misstrauen das Vertrauen, gegen den Unglauben des Glauben. Die Welt wird sich ändern, wenn wir dies tun.

 

 

Viele Zeichen deuten darauf hin, ich sagte es schon, dass es mit dieser unserer Welt zu Ende geht. Die Schnitter rüsten sich zur Ernte, wie es scheint. Der Feind scheint mit vollem Aufgebot gegen die Menschheit auszuholen, um sie zu vernichten.

Doch auch Jesus rüstet Sich für die Auseinandersetzung. Wie es viele Anzeichen der Sünde und der Vernichtung gibt, so gibt es viele Anzeichen der Umkehr und der Bekehrung. Gott gießt viel Gnade aus in dieser Zeit. Das zeigen die Häufigkeiten von Bekehrungen. Darauf deutet die Entstehung geistlicher Erneuerungsbewegungen hin.

Wir haben keinen Grund zur Mutlosigkeit. Der Geist Gottes ist lebendig geworden in dieser unserer Zeit. Er, der lebendig war zu jeder Zeit, wird offenbar werden in unserer Welt.

 

Zerbrechen wir uns nicht den Kopf Gottes über diese unsere Welt. Wir werden sie nicht retten können, wenn sie auf den Untergang zusteuern sollte – Du nicht und ich nicht.

Doch Jesus kann sie retten.

Und unsere Umkehr, auch die von einzelnen, kann Sodom und Gomorrha unserer Zeit vor dem Untergang bewahren und zum Ninive werden lassen, das gerettet wird. Gott ist mächtiger als alle Finsternis, auch mächtiger als die Atombombe. Daran glaube ich.

 

 

Zerbrechen wir uns nicht den Kopf Gottes über diese unsere Welt. Aber stellen wir uns Gott zur Verfügung, damit Er diese unsere Welt retten kann. Stellen wir uns zur Verfügung für das Werk der Erlösung, das Jesus Christus vor 2000 Jahren begonnen hat.

 

Lassen wir uns einsetzen von Jesus – zur Befreiung der Gefangenen und zur Erlösung der Menschheit aus ihrer Knechtschaft, die eine Knechtschaft der Sünde ist (mögen auch Psychologen und Soziologen noch so viele andere Deutungen zur Hand haben). Setzen wir an der Wurzel des Übels an, an der Sünde, und begegnen wir ihr mit dem entscheidendsten Heilmittel, das die Umkehr und die Bekehrung ist.

Treten wir ein für die Bekehrung. Für die Bekehrung der einzelnen wie für die Bekehrung der Welt.

Setzen wir uns ein für die Abwendung vom Bösen und für die Hinwendung zum Guten. Setzen wir uns ein für die Abkehr von der Sünde und die Hingabe an Gott. Ergreifen wir Partei gegen Egoismus und Lieblosigkeit und für die Liebe, auch wenn die Menschen dieser Zeit uns verlachen, für die Liebe ein Fremdwort geworden ist.

Es ist zu wenig, über den Zustand dieser Welt zu jammern. Das tun viele. Es kommt darauf an, dass wir das Gute wieder in die Welt lassen, Gott selber. Dann wird alles neu werden, und der Himmel kann auf der Erde beginnen.

 

 

Wenn es stimmt, dass Jesus die Finsternis besiegt hat, dann ist es Gott möglich, das Unheil abzuwenden, das über dieser unserer Zeit schwebt. Und Er wird es tun, wenn wir Ihn darum bitten, und wenn wir Seinen Einfluss auf der Erde wieder zulassen, statt ihn abzuschneiden und der Finsternis allein Raum zu geben.

 

Gott ist mächtiger als der Teufel. Wenn wir mit dem Teufel im Bund sind, wird er siegen auf der Welt. Sind wir mit Gott im Bund trägt Gott den Sieg davon. Das ist das Gesetz, dem diese Erde unterworfen ist. Das Gesetz der menschlichen Freiheit, durch das nicht mehr Gott allein, sondern der Mensch über das Schicksal der Welt entscheidet.

Ich glaube nicht mehr, wie ich es lange Zeit geglaubt habe, dass es entscheidend auf Strukturveränderung ankommt, um unsere Welt zu erneuern (ohne dass ich die Notwendigkeit solcher Veränderungen leugnen würde). Ich glaube vielmehr, dass die Welt neu werden wird in dem Maße, in dem wir in ihr – in uns – den Geist Gottes zulassen.

Deshalb sage ich: Lassen wir Gott in die Welt kommen. Bitten wir Jesus, den Heiland, zu kommen, und Er wird siegen über das Böse. Seien wir selber Tor, durch das Gott in die Welt kommt.

 

Das ist das Programm. Das ist das Programm meines Lebens. Das ist das Programm, das der Befreiung des Menschen dient.

Es ist nicht rational zu erklären. Doch jeder wird wissen, was ich meine, der in einer Verbindung mit dem lebendigen Gott steht. Wir kennen die Macht des Todes. Doch wir haben auch von der Kraft der Auferstehung erfahren dürfen, die uns zuversichtlich macht in aller Hoffnungslosigkeit unserer Zeit.

Wir haben die Kraft kennengelernt, die die Finsternis besiegt. Deshalb bedrängt uns wohl die Finsternis, doch sie nimmt uns nicht den Atem, sie schüchtert uns nicht ein. Wir wissen: Jesus, der Herr ist stärker, und Er hat sie besiegt. Wir wissen: Jesus besiegt die Finsternis in dem Maße, in dem wir uns auf Ihn einlassen und Ihn durch uns in unsere Zeit wirken lassen.

Das ist ein aufregendes Abenteuer.

Ich möchte Dich einladen zu diesem Abenteuer, zum Abenteuer des Glaubens, zum Abenteuer des Lebens mit Jesus Christus. Trete Seiner Mannschaft bei und kämpfe an der Seite des Herrn für die Befreiung Deiner Brüder und Schwestern und natürlich auch für Deine eigene Befreiung, die Du auf dieser Erde nie ganz erreichen wirst.

 

Lasse die Befreiung der Gefangenen zum Programm Deines Lebens werden – so der Herr Dich ruft und es in Deinem Herzen bei dieser Botschaft brennt. Lasse dich rufen, wo der Herr dich auch hin ruft. Gehe auf den Platz, auf dem der Herr Dich braucht. Diene Jesus, der Dich befreit hat und befreit, bei der Befreiung Deiner Brüder, die Er so sehr liebt. Trage dazu bei, dass die Familie des Heils wieder entsteht, die uns nach der Vertreibung aus dem Paradies verloren gegangen ist.

 

Gott befreit die Gefangenen. Ich glaube, dass dies eine zentrale Botschaft ist an unsere Zeit. Jesus will die Gefangenen befreien. Heute. Jetzt. Ich glaube daran, dass viel Befreiung geschehen wird in dieser unserer Zeit.

Doch sie wird nicht nur von Gott abhängen, sondern auch von Dir und von mir. Sie wird davon abhängen, ob wir uns von Jesus in den Dienst nehmen lassen. Ob wir uns aussenden lassen zu den Gefangenen unserer Zeit, mögen sie in den Gefängnissen sitzen oder in den modernen Hochhäusern und Fabriken, in den Slums oder in den Schaltzentren der Macht, unter den psychisch Kranken oder unter den Gläubigen einer verbürgerlichten Kirche, in der das Feuer der Liebe Christi viel zu schwach brennt, als dass es die erreichen könnte, die im Finstern sitzen.

Gott ruft. Hören wir Seine Stimme.

Höre die Stimme Deines Herrn und mache Dich mit den Menschen auf den Weg, die der Herr Dir zeigt. Lasse dich aussenden. Trage Gottes Liebe in diese dunkle Welt.

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