Eine Gemeinde auf dem Weg

Der Himmel offenbart sich den Hirten (und Außenseitern)

Viele Außenseiter der Welt leiden darunter, am Rande zu stehen, nicht unter denen zu sein, die in unserer Welt etwas gelten, keine engere Gemeinschaft zu haben mit den anderen Kindern in dieser Welt. Sie ahnen nicht, dass sie durch ihre Einsamkeit näher sind dem lebendigen Gott als jene, die nicht so einsam sind.

Mich haben diese Gedanken schon am Heiligen Abend bewegt: Am Rande der Menschen zu sein, wie die Hirten in den Bergen, das kann bedeuten, ganz nahe bei Gott zu sein.

Wenn mich die Geborgenheit der Welt nicht mehr umschließt, dann habe ich eine größere Chance, in die Geborgenheit des lebendigen Gottes vorzustoßen. 

Immer wieder erlebe ich das. 

„Zöllner und Dirnen sind dem Himmelreich näher als ihr“, sagte Jesus mal zu den Frommen.Immer wieder wird mir das bewusst, ganz besonders wenn ich in einem Gefängnis bin.

Diebe und Mörder sind tatsächlich dem Himmelreich oft viel näher als wir. Das Reich Gottes bricht nicht selten in einer tieferen Vollmacht auf, unter denen, die schwere Schuld auf sich geladen haben und die ausgestoßen worden sind. 

Sie sind den Menschen ferne, aber Gott ganz ganz nahe. Und wer in dieser Verzweiflung sich an Gott wendet, der kann ihm begegnen. 

Es wird eine frohe Botschaft an alle Armen und allen, die am Rande stehen. Jene Botschaft, die an die Hirten in den Bergen ergangen ist:

Ein Messias ist euch geboren, der Heiland ist zu euch gekommen. Siehe, er lebt. Kommt an die Krippe. 

Seht, der Erlöser ist da. Er, auf den die Menschheit gewartet hat, ist zu uns gekommen. 

Trauert nicht mehr über das Ausgestoßensein von der Welt, darüber, dass ihr Außenseiter, Menschen vom Rande geworden seid. 

Freut euch vielmehr, dass die Botschaft vom Menschensohn, die Botschaft, dass der Erlöser gekommen ist, in ganz besonderer Weise an euch ergeht!

Euch, die ihr die Hirten dieser Zeit sein sollt. An euch, die ihr außerhalb der normalen Welt lebt und die ihr gerufen seid, auch Hirten zu sein. Nicht nur Hirten für die Schafe, sondern auch ganz besonders als Hirten für die Schafe Gottes.

Jesus wird Petrus eines Tages fragen: „Liebst du mich?“ Und als Petrus dreimal diese Frage mit Ja beantwortet, wird Jesus ihm sagen. „Weide meine Schafe, weide meine Lämmer“.

Diese Liebe beginnt an der Krippe. 

Schon am Weihnachtsfest, vor der Krippe, werden wir gefragt ob wir Jesus lieben, ob wir uns von ihm in seine Liebe hineinnehmen lassen und ob wir bereit sind, den Weg seiner unendlichen Liebe zu gehen.

Br. Jan Hermanns

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