Eine Gemeinde auf dem Weg

Die Emmausbewegung trauert um

Wilma Bongartz, geboren am 29. April 1941,
 Emmausmitglied der ersten Stunde, Schwester und Mutter für viele,
die am 4. Dezember 2021 heimgeholt wurde.

Wilma hat zusammen mit Br. Jan die Anfänge und den Fortgang der Emmausbewegung mit gestaltet und war viele Jahre im Leitungsteam. Sie hatte ihr Herz für die „Jungs“ im Gefängnis weit geöffnet, kümmerte sich rührend um jede Person in der Bewegung, die Hilfe brauchte und motivierte uns alle, die Not zu sehen und zu handeln. Wilma kümmerte sich um die existentiellen und seelischen Bedürfnisse der Menschen und wartete dabei nicht auf den Hilfeschrei des anderen. Sie sah mit ihren Augen und dem offenen Herzen.

Ein großes Anliegen war Wilma die Verbreitung der Zuversicht und Heilsgewissheit im Glauben. Ihre Gotteserfahrungen, die lebendige Beziehung zu Jesus und ihre enge Verbindung zu Maria prägten sie und strahlten aus ihr. Mit erhobenem Arm sang sie in der Emmausbewegung gerne Lobpreislieder, die sie in der Charismatischen Erneuerung und in der Gemeinschaft der Seligpreisungen kennengelernt hatte. Wann immer es möglich war, besuchte Wilma täglich die Heilige Messe. Sie konnte von vielen Wundern berichten, die sie erleben durfte.

Im Umgang mit anderen Emmäusen war Wilma meistens ernst und hörte auf Augenhöhe ihrem Gegenüber genau zu. Sie war bewegt von den Menschen, die sie in ihrem Herzen trug und für die sie Lösungen ihrer Notlage suchte. Wilma hatte ein herzliches, liebevolles Lachen, eine leise, bedachte Stimme und stets eine innere Offenheit für ihre „Nächsten“. So wurde sie Mutter für viele, die keine Liebe gekannt haben. In den letzten Jahren konnte sie schweren Herzens ihre Verantwortung für die Leitung der Gefängnisgruppe in Geldern abgeben. Doch ihr liebster Gottesdienstbesuch blieb der im Gefängnis.

Die Einsamkeit durch fehlende persönliche Kontakte in der Coronazeit und die Untätigkeit in den Haftanstalten in Bezug auf ehrenamtliche Gruppenarbeit haben Wilma zuletzt belastet. Sie gab in all den Jahren nie auf, fand immer wieder Argumente für Überzeugungsarbeit im Umgang mit Amtsträgern und Behörden. Ihre Aufopferung für andere Menschen und der Wille, das Mögliche in dieser Welt möglich zu machen, hat an ihren Kräften gezehrt. Wilma war bereit zu „gehen“, dorthin, worauf sie alle Hoffnungen ihres Lebens gelegt hat. Möge sie uns vom Himmel aus begleiten und eine Fürsprecherin beim Herrn für uns sein.

Wir danken dir, Wilma, für deinen unermüdlichen Dienst!

Die Emmaus-Familie in Trauer

im Dezember 2021