Eine Gemeinde auf dem Weg

Ein Herz und eine Seele in Christus

Ein Herz und eine Seele in Christus sein, wie Augustinus das als Ordensideal auch formuliert hat, als das augustinische Ordensideal.

Ein Herz und eine Seele in Christus sein, wie ist das möglich, dass diese ersten Christen sich so ihres eigenen Besitzes, ihrer eigenen Interessen entäußern konnten, dass sie einfach füreinander da waren, dass niemand mehr, wie es formuliert wird, dass Seine sein Eigen nannte und dann jeder den Wunsch hatte, sich zu verschenken ?

Dass war die eigentliche Umgestaltung, die geschehen war, nicht in erster Linie auf materieller Ebene.

Ich glaube diese Haltung des miteinander teilens, die war vielmehr eine seelische Ebene, eine innerste Ebene.

Christus, der Sohn Gottes, der alles mit uns geteilt hat, auch dieses Menschenleben, der war in die Herzen der Menschen gekommen.

Sein heiliger Geist war auf sie herabgefallen und dieser heilige Geist hat sie umgestaltet, der Geist der Liebe Jesu Christi, der auch diese Liebe in ihren Herzen hat aufbrechen lassen.

Das ist das gewaltige Ereignis, dass Pfingsten stattgefunden hat.

Der Geist Jesu Christi ist zum Geist aller Menschen geworden die sich geöffnet haben für ihn, für diesen Geist.

Es ist der Geist der Liebe, der Geist des Glaubens, der Verbindung mit dem Herrn. Der Geist des Reiches Gottes, dass anders ist als das Reich dieser Welt, dass ein Reich der Liebe ist und alle die dieses Reich in sich zulassen, die sich öffnen für dieses Reich, für die bricht dieses Reich, der Himmel, schon hier auf Erden an.

Das war die Erfahrung der ersten Christen.

Liebe Schwestern und Brüder, wie werden wir ein Herz und eine Seele ?

Rein menschlich ist das nicht machbar. Wir erleben immer wieder, trotz all unserer Anstrengungen gibt es Streit und Zwietracht und wir driften auseinander.

Ein Herz und eine Seele waren die ersten Christen. Es war ihnen möglich, weil sie in Christus waren, in Christus ihrem Herrn und auch wir können ein Herz und eine Seele sein, wenn wir in ihm sind, das ist der Weg.

Durch ihn wird alles möglich, es wird möglich dem der glaubt.

Wenn ich die Liebe Jesu erfahren habe, dann bin ich gerufen diese Liebe weiterzugeben und zwar in der Art Jesu. In der Art die er selber gelehrt und gelebt hat. Jesus ist behutsam mit dem Menschen umgegangen. Er hat ihnen nichts übergestülpt, er hat sich eingefühlt in die Menschen mit denen er zu tun hatte.

 Die Emmausjünger sind eines der auffälligsten Beispiele dafür. Nicht erst die Verkündigung, ich lebe, sondern erst das abholen der anderen. Sie in diese Liebe hinein zunehmen, in die Liebe des Auferstandenen.

Und auch so tun wir gut daran, den Menschen die fern dieser Christus-Erfahrung sind, dann diese Erfahrung Gottes, die Erfahrung des heiligen Geistes. Wir tun gut daran, die jetzt nicht mit Worten zu bombadieren, womöglich totzuschlagen, sondern sie einfach zu lieben, so dass sie dahinter kommen, dieser Glaube hat mit Liebe zu tun, das was wir erfahren haben und was uns verändert hat, hat mit Liebe zu tun, dass sie merken, wir sind andere, neue Menschen geworden durch diese Verbindung mit Christus.

Wenn wir dagegen den anderen sagen, wie toll das war und wie schlecht eigentlich sie sind, oder wie öde es bei ihnen aussieht, liebe Schwestern und Brüder, dass ist keine frohe Botschaft, dass ist Botschaft der Spaltung.

Und ich möchte auch in diesen Zusammenhängen nochmal erinnern, an die Worte Jesu vor seiner Himmelfahrt.

Er sagt, „prescht jetzt nicht los, sondern wartet bis der heilige Geist kommt, er wird euch zeigen was ihr tun sollt, er wird es euch eingeben.“

Das sollte auch die Haltung derer sein, die neuen Zugang zu Jesus Christus und zum heiligen Geist gefunden haben wenn sie andern Menschen begegnen.

Schweigen, warten, bis der heilige Geist ihnen was zeigt.

Einfach da sein , lieben und warten bis die Herzen geöffnet sind für die Botschaft von der Auferstehung unseres Herrn.

Wenn die Menschen unsere Veränderung , unsere Liebe erlebt haben, dann werden sie wach dafür sein, was wir ihnen zu sagen haben.

Wenn sie aber den Eindruck haben, wir wollen sie so zu was überzeugen, zu überreden oder gar in etwas hinein schubsen wo wir euphorisch sind, dann ernten wir das Gegenteil, dann werden wir selber die Hindernisse dafür, dass Jesus erkannt und geliebt werden kann. 

Ausschnitte aus den Reden von Br. Jan Hermanns

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