Eine Gemeinde auf dem Weg

Die Spiritualität des Obergemachs

Ausschnitt aus: Schweigen in Gottes Gegenwart

Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen.

Diese Wirklichkeit haben die Emmausjünger erfahren, als in ihrer Dunkelheit plötzlich Jesus gegenwärtig wurde.

Sie haben erkannt, welcher Anruf Gottes dadurch an sie erging. Sofort machten sie sich auf den Weg und gingen nach Jerusalem zurück, zu den Aposteln und den andern Jüngern, die dort mit der Mutter Maria und mit den Frauen versammelt waren und mit ihnen versammelten sie sich, nach der Himmelfahrt Jesu, um auf den heiligen Geist zu warten.

Es mag uns zu denken geben, dass die Jünger Jesu nicht sofort die Botschaft von der Auferstehung und Himmelfahrt unseres Herrn, in alle Welt hinaus posaunten, sondern sich zunächst einfach versammelten im Gebet, um auf das von Jesus angekündigte Kommen des heiligen Geistes zu warten.

Erst mit Pfingsten, mit der Ankunft des heiligen Geistes, begann die Kirche. Nicht Menschen haben sie gegründet , sondern Gott selbst, durch seinen heiligen Geist.

Nicht die Apostel und Jünger haben die Botschaft von der Auferstehung Jesu verkündigt, sondern der heilige Geist, durch sie. Das macht Kirche aus, dass der heilige Geist sie führt. Kirche aber, als Werk des heiligen Geistes, kann nur dort entstehen, wo Menschen sich dem heiligen Geist öffnen, sich von ihm ergreifen lassen, um ganz durch ihn bewegt zu handeln. Alles andere ist Menschenwerk, auch wenn es in guter Absicht, im Sinne Jesu geschieht.

Wenn die Kirche wieder Werk des heiligen Geistes werden soll, müssen wir sie, aus den eigenen Händen, zurück in die Hände Gottes geben.

Am Ende sind wir dann, mit unseren frommen und sozialen Aktionen, um mit leeren Händen vor dem Herrn zu stehen, bereit zu empfangen , was er uns bereitet hat.

Wir werden zurück geführt, ins Obergemach, in Jerusalem, alles ruhen zu lassen, alles Eigene, um empfangsbereit zu werden, für das, wozu der Herr uns braucht.

Wir versammeln uns ,mit den Jüngern und Maria, im Gebet und Schweigen und wir wissen, dass das genügt.

Wir leben in der Gegenwart des heiligen Geistes und sind bereit, uns von ihm bewegen zu lassen.

Wir harren auf die göttliche Gnade und sind bestrebt ,uns von ihr erfassen und in den Dienst nehmen zu lassen.

Wir brennen darauf , Jesus dienen zu dürfen, in den Menschen, doch wir nehmen diesen Dienst nicht in die eigene Hand, sondern warten, bis der Herr ihn durch seinen heiligen Geist übertragen hat. So entsteht Kirche.

So bereiten wir das Kommen des heiligen Geistes.

So bereiten wir uns dafür, dass Jesus uns in seinen Dienst nimmt und seine Werke entstehn, derer die Welt bedarf. Die Menschen aber, sollen berührt werden, durch uns vom Herrn.

Das allein verändert die Herzen und das Leben, das allein macht neu.

Bruder Jan Hermanns

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