Eine Gemeinde auf dem Weg

Frei werden von Sucht und Drogen

Es gibt 2 Wege der Bereitung für das Leben, das darf ich Ihnen am Beispiel von Drogenabhängigen verdeutlichen.

Für die einen unter ihnen ist der Schlüssel der Verzicht auf die Droge.

Wenn sie auf die Droge verzichten, dann wird das Leben in ihnen frei, dann wird die Macht der Welt, die Macht der Sucht, der Abhängigkeit, die Macht der Sünde in ihnen gebrochen.

Sie erleben eine gähnende Leere, eine Leere, die einen zum Teil brutalen Kampf in ihm auslöst.

Das greifen nach den Stimulanzen, nach den Betäubungsmitteln, nach den Feelings. Und doch ist diese Leere für viele der Weg in die Freiheit.

Es kommt vor, dass Verdrängtes hochkommt, oft gerade jenes, was den tiefen Schmerz verursacht hat, der betäubt worden ist. Verletzungen von Menschen, Missbrauch, Vertrauensbrüche, Vereinsamung, Schicksalsschläge, Verlassenheit. Wenn all das hochkommt, kommt es uns vor wie eine Hölle. Jene Hölle macht der Drogenabhängige durch, wenn er Entzugserscheinungen hat, nach dem körperlichen Entzug, der psychische Entzug. Manches ist so schlimm, dass es danach schreit, wieder zugedeckelt zu werden und für den, der wirklich entschieden ist, der wirklich die Tür zum alten Leben zumacht, entsteht dadurch der Weg in die Freiheit.

Wenn er sich entschieden hat, offen zu sein, dann wird er sich öffnen. Dann wird er die Not nicht weiter in sich hinein fressen und verdrängen, wo sie Mengen von Gift in ihm ablagern, sondern er wird die Not aussprechen, ausschreien, Menschen mitteilen, Gott zurufen, herausrufen, wie Hiob, sich ausstrecken nach seinem Herrn und Gott.

Das sind die Wege der Befreiung.

Die Entscheidung zur Umkehr kann in sich schon der Weg in die Freiheit sein. Die Entscheidung gegen Alkohol, gegen Droge, sein gegen Egoismus, gegen Angst und Gewalt führt zu einem großen Kampf.

Doch wenn wir treu bleiben, wenn wir klar bleiben, dann bricht das Leben durch.

Der Mensch, der sich da nicht mehr verschließt, sondern öffnet und sich mitteilt, wird die Erfahrung machen, dass das Leben wieder in ihm durchbricht, dass es viel besser ist sich anzuvertrauen, als alles in  sich hineinzufressen. Dass dieses Vertrauen Lebensgefühl bedeutet, dass es viel wertvoller ist sich mitzuteilen, auch in den Gefühlen des Leides und selber seine Gefühle wieder zu empfinden, auch die Empfindung der Freude. Dass all das viel besser ist als Feelings zu suchen, die doch nicht echt sind, die doch nicht erfüllen, die doch nur anturnen, aber uns zurück in der inneren Leere belassen.

Das Nein zur Welt kann zum Ja zu Gottes Reich, zum Echt-sein und zur Liebe führen.

Doch es gibt auch diesen anderen Weg, der nicht der Weg des Verzichtes ist, sondern der Weg der Liebe.

Auch diesen Weg habe ich bei Süchtigen erfahren. Mancher schafft es nicht zu verzichten. Jede Bemühung und Verzicht wird bei ihm nahe zu einem Krampf, verzweifeltes Machen, bei dem er immer wieder scheitert.

Es gibt Menschen, für die der Weg der Umwandlung anders verläuft. Nicht indem sie die Gefangenschaft verlassen, sondern den Weg der Freiheit gehen.

Es hört sich paradox an, aber es ist ein Weg in die Freiheit, wenn wir uns der Liebe zuwenden, wenn wir uns nach dem Licht ausstrecken.

Die Finsternis weicht in dem Maße, wie das Licht in uns lebendig wird.

Ich habe Drogenabhängige kennengelernt, die allein dadurch, dass sie von der Liebe Gottes berührt worden sind, das Joch der Knechtschaft durch die Droge von sich abschütteln konnten.

Das eigentliche Leben war in ihnen durchgebrochen. Das eigentliche Leben hatten sie erfahren. Der Sinn des Lebens war von neuem in ihnen aufgeleuchtet.

Und dieser Sinn, diese tiefe Liebe, die von Gott kommt, hat die Macht der Droge überwunden und bezwungen.

Gott ist stärker als die Droge. Die Liebe ist stärker als der Tod.

Gehen wir diesen Weg der Liebe. Es ist der Weg des Herzens, der Weg der Seele. Wir sind auf diesem Weg, wenn unser Herz brennt.

Folgen wir dieser inneren Spur. Folgen wir dem Brennen unseres Herzens, so wie die Weisen aus dem Morgenland dem Stern gefolgt sind.

Folgen wir diesem inneren Stern, der in unserer Seele aufgeleuchtet hat, wenn wir dem Wahren, dem Echten, der Liebe, wenn wir Gott begegnet sind!

Es gibt manche Menschen, die dessen bewusst die Gefangenschaft verlassen, um frei zu werden.

Für andere ist es wichtig, in diese unendliche Liebe einzutauchen, damit sie den Geschmack an der Welt, an der Droge, am Alkohol, an der Sucht verlieren.

Strecken wir uns nach dem Leben aus!

Br. Jan Hermanns

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